14. Oktober 2015

Krisen in der Lebensmitte lassen Alzheimer-Risiko offenbar steigen

Offenbar steigt das Risiko an Alzheimer zu erkranken durch Krisen in der Lebensmitte weiter an. Hierbei handelt es sich vor allem um belastende Erlebnisse wie beispielsweise den Tod des Partners. Das ist eines der Kernergebnisse einer aktuellen Studie. Dagegen können gepflegte Freundschaften dem steigenden Risiko vorbeugen.

Durch Ereignisse, die extrem belastend sind, werden häufig depressive Lebensphasen ausgelöst. Allein in Deutschland wird die Zahl derer, die an einer Depression leiden, auf rund vier Millionen geschätzt. Nicht alle lassen die Krankheit aber auch behandeln. Eine langjährige Studie belegt nun jedoch, dass es schlichtweg ungemein wichtig ist, den Betroffenen bei dem Weg aus der Krise zu helfen. Haben Menschen in der Lebensmitte viel Kummer, ist bei ihnen das Risiko, im Alter an Demenz oder Alzheimer zu erkranken, auch beachtlich höher.

Darauf weist basierend auf einer aktuellen Studie das Team von Ingmar Skoog von der Universität Göteborg hin. Die Mitarbeiter des Instituts für Neurowissenschaften und Physiologie haben über einen Zeitraum von 40 Jahren über 800 Schwedinnen auf ihrem Lebensweg begleitet. Alle Frauen waren bei ihrer ersten Befragung im Jahr 1968 30 bis Mitte 50. In der Befragung wollten die Wissenschaftler in erster Linie herausfinden, ob die Frauen, die als Studienteilnehmer ausgewählt wurden, in ihrem Leben schon einmal etwas extrem Belastendes erleben mussten. Als Beispiele wurden die Scheidung vom Partner oder eine ernsthafte Erkrankung genannt. Insgesamt 25 Prozent der Frauen erklärten, dass sie schon einmal ein solches Ereignis erlebt hatten. 23 Prozent der Frauen mussten sogar schon zweimal ein solches Erlebnis verarbeiten. Bei 20 Prozent handelte es sich um drei negative Ereignisse. Dabei wurde die psychische Erkrankung einer nahestehenden Person als häufigster Stressfaktor angegeben. Die Forscher gingen in der Studie außerdem auf die Auswirkungen von Stress ein. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass Dauerstress in der Tat das Gehirn schrumpfen lässt. Dabei sind die Stresshormone auch dann noch lange im Organismus unterwegs,  wenn die belastende Zeit schon vorbei ist.

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