21. August 2015

Alzheimer

Wenn Mütter oder Väter ihre eigenen Kinder nicht mehr erkennen und die einfachsten Alltagshandlungen nicht mehr ohne Hilfe ausführen können, lautet die Diagnose höchstwahrscheinlich Alzheimer. Inzwischen sind über 1 Million Deutsche von dieser Erkrankung betroffen, bei der die Gedächtnisleistung rapide abnimmt. Experten gehen sogar davon aus, dass die Anzahl der Betroffenen in Zukunft noch weiter ansteigen wird.

Alzheimer wurde erstmals im Jahre 1906 vom bayrischen Nervenarzt Alois Alzheimer beschrieben. Der Arzt untersuchte seine Patienten jahrelang und stellte besonders bei vielen älteren Menschen fest, dass diese unter Erinnerungslücken und einer zunehmenden Gedächtnisschwäche leiden. Obwohl Alzheimer bereits seit über einem Jahrhundert bekannt ist, ist die Entstehung noch nicht vollständig geklärt. Mediziner vermuten, dass für diese Erkrankung verschiedene Auslöser bzw. Risikofaktoren infrage kommen. Dazu zählen unter anderen Gefässverkalkung, genetische Faktoren und Umweltgifte wie beispielsweise Schwermetalle. Bei dieser Form der Demenzerkrankung – die die am häufigsten auftretende Form dieser Erkrankung ist (etwa 50 – 70 % der Demenzfälle gehen auf das Konto von Alzheimer) – kommt es zu einer Erkrankung des Gehirns. Die Nervenzellen sterben in den verschiedenen Gehirnbereichen nach und nach ab. Dadurch lassen mit der Zeit unter anderen die räumliche und zeitliche Orientierung nach und Bewegungen können nicht mehr richtig gesteuert werden.

Durch den relativ langsamen Schwund des Hirngewebes, der sich über mehrere Jahre hinziehen kann, wird Alzheimer in 3 Stadien unterteilt. Die Symptome der Erkrankung treten anfangs noch unterschwellig in Form von kleinen Erinnerungslücken und Sprachschwierigkeiten auf. Zudem kommt es infolge des nachlassenden Kurzzeitgedächtnisses zu Depressionen. Später kommt es dann zu Symptomen wie:

  • Abfall der Leistungsfähigkeit
  • Persönlichkeitsveränderungen (z. B. wird ein sonst ruhiger Mensch plötzlich generell aggressiv)
  • Angst
  • Muskelzuckungen (z. B. an den Augen, in den Händen)
  • Antriebslosigkeit
  • Verhaltensauffälligkeiten (Betroffene sind z. B. übertrieben misstrauisch)
  • unsicherer Gang
  • Krampfanfällen (beispielsweise Wadenkrämpfe)
  • nachlassende Kontrolle über Magen-Darm- und Blasentätigkeit
  • Reizbarkeit
  • Wahnvorstellungen

Im Endstadium werden oft nahe Angehörige nicht mehr erkannt und die scheinbar einfachsten Bewegungsabläufe können nicht mehr von selbst ausgeführt werden. Die Erkrankten sind pflegebedürftig und brauchen Unterstützung, um ihren Alltag bewältigen zu können. Häufig übernehmen Angehörige die Pflege, die jedoch eine große physische als auch psychische Belastung darstellen kann. Hier ist Geduld gefragt und bedingungslose Hilfeleistung.

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